Eröffnung einer integrativen Gruppe in der Tageseinrichtung Mühlenbach

... und wie geht es in der Schule weiter?

 

Kurzinformation anlässlich der Eröffnung einer integrativen Gruppe am 22. September 2005

 

Die Brühler Elterninitiative „Gemeinsam Lernen“ freut sich sehr, dass mit der Eröffnung einer weiteren integrativen Gruppe in Brühl das vorschulische Integrationsangebot bedarfsgerechter wird. Allen, die in der Tageseinrichtung Mühlenbach Integration gestalten und erleben, wünschen wir bereichernde Erfahrungen auf dem langen Weg zur Inklusion. Alle Kinder, ob mit oder ohne Handicap, sollen miteinander spielen und lernen und im ihnen entsprechenden Herangehen Fähigkeiten erwerben und ausbauen.

 

Allerdings ist zu fragen, ob und wie die Kinder, die Integration positiv erleben, in einigen Jahren in der Grundschule und später in einer weiterführenden Schule diesen Integrationsweg fortsetzen können. Hier gibt es leider kein verlässliches Angebot. Es kommt sehr darauf an, dass Eltern sich frühzeitig informieren, für die Fortsetzung der Integration einsetzen und hierzu zusammenschließen.

 

Unsere für alle Interessenten offene Initiative „Gemeinsam Lernen“ wurde im März 2003 von Eltern mit Kindern in der nunmehr 6 Jahre bestehenden integrativen Tageseinrichtung in Brühl-Ost gegründet, um geeignete Bedingungen für die schulische Integration zu erreichen. Uns wurde der zweite Platz beim Agenda-Wettbewerb 2004 der Stadt Brühl zuerkannt.

 

Wir setzen uns dafür ein, dass alle Kinder - also solche mit und ohne Beeinträchtigungen (Behinderung) - nach einem integrativen Gesamtkonzept gemeinsam in einer Brühler Regelschule unterrichtet werden. Wichtig bei diesem gemeinsamen Unterricht (GU) ist ein durchgängiger Integrationsweg unter geeigneten Bedingungen: Von integrativen Tagesgruppen über die Grundschule bis hin zur weiterführenden Schule. Weil Integration und Inklusion noch nicht selbstverständlich sind und die Rahmenbedingungen zunehmend schwieriger werden, setzen wir uns weiterhin für ein verlässliches schulisches Integrationsangebot in Brühl und im Rhein-Erft-Kreis ein, das personell und organisatorisch an einer Schule verankert ist.

 

 

 

 

 

Einige unserer Kinder mit Förderbedarf besuchen inzwischen Brühler Regelgrundschulen. Das war zuvor nicht selbstverständlich. Wir freuen uns, wenn Sie uns zu unseren Erfahrungen ansprechen.

 

Weil es noch viel zu tun gibt, wünschen wir uns eine starke Vernetzung und einen intensiven Austausch zu diesem Thema in Brühl. Es geht uns dabei nicht nur um Kinder mit Förderbedarf (die meisten Mitglieder unserer Initiative habe Kinder ohne Handicap), sondern auch – aktuell angesichts der schulischen Vergleichsstudien wie z.B. PISA – um einen längerfristigen Gegenentwurf: Nicht nur Nicht-Aussonderung, sondern Inklusion: Eine Schule für alle Kinder*.

 

Von der Integration zur Inklusion

 

 

 



* Z.B. bei: Ines Boban & Andreas Hinz: Qualität des Gemeinsamen Unterrichts (weiter-)entwickeln – Inklusion, in: Leben mit Down-Syndrom Nr. 45, Jan. 2004; S. 10 – 14. http://www.trisomie21.de/inklusion_boban_hinz.pdf