Presseinformation vom 4.8.2003

 

Für Gemeinsames Lernen ab der Grundschule

Brühler Eltern engagieren sich für integrativen Unterricht

 

Brühl: Unter dem Titel „Gemeinsam Lernen in der Grundschule: Vorteile und Erfahrungen: Ein Gewinn für alle“ stand die Informations- und Diskussionsveranstaltung am 16.07.2003 in der integrativen Tageseinrichtung für Kinder der Stadt Brühl, Sophie-Scholl-Straße 2, zu der der Elternrat und interessierte Eltern, in Zusammenarbeit mit der Leiterin Frau Rosy Eibl, kompetente Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen sowie Eltern und weitere Interessenten geladen hatte. Anlass für die Veranstaltung und die Gründung der Brühler Elterninitiative „Gemeinsam Lernen - für einen integrativen, gemeinsamen Unterricht - von der Grundschule an“ sind die überaus positiven gemeinsamen Erfahrungen der Kinder mit und ohne Beeinträchtigung in den integrativen Tagesstättengruppen der Einrichtung. Diese sollen in der Grundschule fortgesetzt werden. Jedoch gibt es bislang in Brühl noch kein bedarfsdeckendes integratives Regelangebot mit entsprechendem Gesamtkonzept.

Dabei gewinnen alle: Integration hebt Beeinträchtigung nicht auf, sondern akzeptiert sie. Nicht-beeinträchtigte Kinder erwerben höhere Sozialkompetenz, beeinträchtigte Kinder erfahren vielfältigere Anregungen, und teurer ist dieses Konzept - welches seit über 25 Jahren in Deutschland untersucht  und bewährt ist  – auch nicht. „Meine nicht-beeinträchtigten Töchter besuchen die integrativen Gruppen, weil ich es für wichtig halte, daß Sie erfahren, daß Menschen unterschiedlich sind,“ so Alexander Sigel von der Elterngemeinschaft.

Anne Unger, Schulleiterin der Peter-Petersen-Schule in Köln, die seit Jahren reformpädagogische und integrative Pionierarbeit leistet, betont das bessere Schulklima und das positive Sozialverhalten der Kinder. „In kleinen Klassen wird jahrgangsübergreifend mit individuellen Wochenplänen gemeinsam mit Grundschul- und Sonderpädagogen unterrichtet“, erklärt die Pädagogin.

 

Dr. Christa Roebke, Wegbereiterin der schulischen Integration, fühlt sich wie in einer Zeitmaschine um 25 Jahre zurückversetzt. Die Mit-Autorin des Buches „Leben ohne Aussonderung. Eltern kämpfen für Kinder mit Beeinträchtigungen“ findet es „schade, daß Integration immer noch nicht selbstverständlich ist“.

 

Zusammenfassend läßt sich festhalten: Integration in der Regelschule ist zum Wohle der Kinder der geeignete Weg. Nicht für jedes Kind, aber nach Abwägung des Einzelfalles für deutlich mehr Kinder als bisher. In Brühl besteht hier noch Handlungsbedarf.

 

Weitere Informationen zum Thema:

www.gemeinsam-lernen.net oder unter Telefonnummer 02232/154911.

 

 

 

Zur Elterninitiative:

Die für alle Interessenten offene Elterninitiative ist Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft NRW Gemeinsam Leben - Gemeinsam Lernen e.V., Dortmund, ein vom Kultusminister NRW anerkannter Elternverband.